Veeam Backup Agent im Test

Veeam Backup Agent im Test

Ich habe den zur eigenen kostenlosen Verwendung gedachten Veeam Backup Agent in den letzten Tagen getestet. Für den Test habe ich als Zielgerät für mein Backup von einem Windows Server (mit Xeon CPU) ein Intel Atom Subnotebook von HP mit MMC-Speicher gewählt.

Es wird der Veeam Agent für einfache Backups benötigt und nicht das große Backup & Replication Paket:

https://www.veeam.com/de/products/free/microsoft-windows.html

Nach der Installation wird direkt die Erstellen des Wiederherstellungsmediums angeboten, dabei handelt es sich um eine ISO-Datei, welche ebenfalls gut gesichert aufbewahrt werden sollte.

Während der Erstellung des Wiederherstellungsmediums stehen einige Optionen zur Auswahl.

Nach der Erstellung des Wiederherstellungsmediums kann die ISO-Datei z. B. mit BalenaEtcher auf einen USB-Stick geflasht werden.

Das Control Panel des Veeam Agent ist über ein Icon in der Taskleiste erreichbar.

Dort können u. a. neue Jobs hinzugefügt werden.

In unserem kurzen Test beginnen wir mit dem Anlegen eines neuen Jobs.

Es stehen einige Optionen zur Verfügung, ich habe mich hier für ein Volume Level Backup entschieden, da ich nicht alle Festplatten sichern möchte.

Dennoch ist ein Backup des gesamten Betriebssystems einschließlich Bootpartition ohne Neustart möglich.

Im nächsten Schritt sind die möglichen Backupziele zu sehen, darunter lokale Speichermedien, ein Netzwerkordner oder ein Veeam Backup Repo.

Ich habe mich hier zunächst für ein lokales Backup auf meine zweite SSD entschieden.

In den erweiterten Einstellungen finden sich noch zahlreiche zusätzliche Einstellungen, z. B. an welchen Tagen ein vollständiges Backup angefertigt werden soll.

Zusätzlich gibt es auch Möglichkeiten die Backupdateien regelmäßig auf Fehler zu untersuchen.

Auch kann der Kompressionslevel frei gewählt werden und ein Passwort zur Verschlüsselung der Backups gesetzt werden.

Im nächsten Schritt kann ein Zeitplan für die Backups erstellt werden.

Im letzten Schritt erfolgt eine Übersicht.

Danach startet der angelegte Backup Job bereits.

und war nach kurzer Zeit bereits abgeschlossen.

Auch sind zu den Durchläufen einige Details gespeichert.

Die Free Version unterstützt leider kein Object Storage.

Ein Object Storage Support wäre jedoch in Verbindung mit dem immutable Storage auf der Synology NAS durchaus wünschenswert.

Siehe auch: https://kb.synology.com/vi-vn/C2/tutorial/C2_Object_Storage_object_lock

Vorläufiges Ergebnis

Das Backup scheint erfolgreich und relativ problemlos erstellt worden zu sein. Ein Test der Wiederherstellbarkeit und der Treiber-Kompatabilität auf einem anderen System steht jedoch noch aus.

exFAT wird nicht als Backupziel unterstützt.

Das RecoveryMedium hat Probleme mit SecureBoot.

Es ist noch unbekannt ob TPM in Verbindung mit BitLocker Probleme machen könnte.

Das mit BalenaEtcher geflashte USB Laufwerk konnte nicht booten. Daher musste Rufus benutzt werden um das ISO auf den USB Stick zu flashen.

Unerwartetes Ergebnis

Die Installation der Backupsoftware auf dem Windows Server hat wohl ohne weitere Nachfrage neue Firewallregeln hinzugefügt, was Anmeldeversuche auf dem Server von beliebigen IP-Adressen ermöglicht hatte.

Ich empfehle daher jedem die Einstellungen der Windows-Firewall nach der Installation nochmal zu prüfen.

Wiederherstelllung

Im BIOS habe ich den Legacy Support aktiviert und Secore Boot deaktiviert. Dabei sollte das TPM nicht deaktiviert oder resettet werden.

Leicht verwirrend aber nicht weiter tragisch, das zusätzliche USB-Laufwerk mit dem Backup hat den Buchstaben C erhalten.

Das Backup konnte dann problemlos ausgewählt werden.

Danach erfolgt – nach Passworteingabe – eine Übersicht zum Backup.

Da die Partionen überhaupt nicht übereinstimmen habe ich „manual restore“ gewählt.

Bei der Auswahl des Mappings ebenfalls leicht verwirrend: Es muss ein rechter Mausklick auf das Ziellaufwerk gemacht werden, um es zu löschen.

Danach kann – ebenfalls per Rechtslick – die Zuweisung erfolgen.

Meine Backuppartition war bewusst größer als auf dem Zielgerät. Mir wurde daraufhin angeboten, die Backuppartition (falls möglich) automatisch zu verkleinern.

Alternativ ist auch ein Netzwerklaufwerk auswählbar, sofern die Netzwerktreiber erfolgreich geladen werden.

Die Wiederherstellung meines Windows Server Images ist fehlgeschlagen, die automatische Verkleinerung der Partition hat nicht funktioniert, theoretisch wäre auf dem Ursprungsimage weniger Speicherplatz belegt gewesen als der Zielspeicher hatte.

Auch ein zweiter Versuch (mit noch weniger belegtem Speicherplatz im Backup) scheiterte.

Nach dem gescheiterten Wiederherstellungsversuch war der Speicher auf dem Notebook natürlich bereits beschrieben und beschädigt.

Um meinen Test fortzusetzen habe ich mit dem Wiederherstellungsmedium des Windows Servers das Backup des Notebooks wiederhergestellt (=ohne die korrekten Treiber im Wiederherstellungsmedium).

Das hatte soweit auch gut funktioniert und das System startete, einschließlich WLAN.

Ich habe die Wiederherstellung zur Sicherheit danach noch einmal mit dem Wiederherstellungsmedium des Notebooks selbst durchgeführt (in welchem die Treiber für das Notebook enthalten sein sollten).

Zu meiner Überraschung fehlte dann aber der WLAN-Treiber.

Nach der Wiederherstellung war natürlich auch das vorher eingerichtete Bitlocker nicht mehr aktiv.

Ergebnis

Veeam scheint relativ gut ein Backup im laufenden Betrieb erstellen zu können, jedoch sind die Zusatzfunktionen wie Treiber-Injektion und automatische Verkleinerung/Anpassung nicht immer verlässlich. Daher sollte die tatsächliche Wiederherstellbarkeit eines Backups regelmäßig auf einem Testsystem geprüft werden. Zusätzlich sollten weiterhin gesonderte Backups von besonderen Anwendungen wie dem Microsoft SQL-Server durchgeführt werden.

Zum Ende möchte ich noch auf die sehr strengen Nutzungsbedingungen von Veeam hinweisen, welche es auch Service-Providern untersagen, Support für kostenlose Veeam Editionen zu geben, siehe EULA:

Without Licensor’s express prior written consent, End User may not (directly or indirectly through any employee, contractor, consultant, agent or other representative): […] (b) process third-party data (as a service provider), provide commercial hosting or support services, sublicense, rent or lease, in whole or in part, the Software to another party, or otherwise use the Software on a service bureau basis, without purchasing a specific license to do so;

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